Seit Anfang Jahr bin ich Teil der siebenköpfigen Kollegialbehörde unserer Gemeinde. Die Ressorts werden wie beim Bundesrat nach dem Anciennitätsprinzip verteilt – mein Wunsch war klar: Öffentliche Sicherheit. Ich durfte das Ressort von Ruedi Müller übernehmen, der über viele Jahre engagiert und verantwortungsvoll gewirkt hat.
In dieser Funktion vertrete ich Uzwil im Vorstand der Regionalen Feuerwehr FWRU. Dort geht es nicht nur um Blaulicht, sondern auch um Planung, Finanzen und überkommunale Zusammenarbeit – also um Sicherheit, aber auch um einen effizienten Mitteleinsatz für unsere Region.
Ein besonderes Anliegen ist mir die Heimkommission, die ich als Präsident leite. Sie ist interdisziplinär zusammengesetzt – Menschen mit unterschiedlichem beruflichen Hintergrund hinterfragen gezielt Prozesse und unterstützen die Heimleitung dabei, hohe Qualitätsstandards in Pflege und Betreuung sicherzustellen. Warum ist das wichtig? Weil wir als Steuerzahlende erwarten dürfen, dass in unseren öffentlich-rechtlichen Alters- und Pflegeheimen nicht nur korrekt, sondern würdevoll gearbeitet wird – zum Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner.
Unsere Gemeinderatssitzungen finden im Drei-Wochen-Rhythmus statt – jeweils gut vorbereitet und effizient. Die Themen reichen von Projektkrediten über Einbürgerungsgesuche bis hin zu individuellen Anliegen aus der Bevölkerung oder von Vereinen.
Ein besonderes Erlebnis war für mich im Mai die erste Gemeindeversammlung als Gemeinderat. Uzwil führt traditionell zwei Versammlungen pro Jahr durch – ein wichtiges demokratisches Instrument. Wenn man dort vorne sitzt, vor den Bürgerinnen und Bürgern spricht, wird einem nochmals eindrücklich bewusst, welche Verantwortung dieses Amt mit sich bringt. Die direkten Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind wertvoll – und ein guter Gradmesser dafür, ob man auf dem richtigen Weg ist.
Ein Schwerpunkt war in den letzten Monaten das weitere Vorgehen nach der abgelehnten Schulhausvorlage. Eine Investition in unsere Bildungsinfrastruktur ist dringend – aber sie muss mehrheitsfähig und finanzierbar sein. Hier sind jetzt kreative und realistische Lösungen gefragt.
Was ich in diesen sechs Monaten gelernt habe: Gemeindepolitik ist kein Schaulaufen, sondern verantwortungsvolle Sacharbeit. Es geht um Fakten, Finanzen – und um die Frage, wie wir mit unseren Mitteln das Beste für Uzwil herausholen.
Ich freue mich auf die kommenden Monate. Mit gesundem Menschenverstand, einem offenen Ohr für Ihre Anliegen – und, ja: manchmal braucht’s nach zig Stunden Sitzung auch einfach ein erfrischendes Bier. Übrigens: auch wenn die nächste Gemeinderatssitzung erst nach den Sommerferien stattfinden wird, bleibt es nicht ruhig. Es finden weiterhin projekt- und ressortspezifische Sitzungen und Aktivitäten statt.